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Medienalltag von Jugendlichen
Studie

Der Medienalltag von Jugendlichen: Die neuesten Erkenntnisse.

Von der Informationssuche via YouTube bis zur Nutzung von Streaming-Diensten – die neue JIM-Studie 2018 zeigt, wie Jugendliche in ihrem Alltag mit Medien umgehen. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse des letzten Jahres.

Wie konsumieren Jugendliche Medien? Welche Endgeräte und Apps benutzen sie täglich? Gucken sie noch lineares Fernsehen oder streamen sie lieber? Das sind nur einige der Fragen, die die kürzlich veröffentlichte JIM-Studie 2018 beantwortet. Die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführte Studie untersucht und wertet schon seit 1998 den Medienumgang der Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland aus.

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse der JIM-Studie 2018:

1. Das Internet wird vor allem übers Smartphone genutzt.

Während die Bandbreite der Zugangsmöglichkeiten zum Internet durch neue Endgeräte wie zum Beispiel Smartwatches wächst, nutzen Jugendliche das Internet am häufigsten mit dem Smartphone. 96 Prozent der Mädchen und 92 Prozent der Jungen gaben das zum Zeitpunkt der Umfrage an. Über einen Laptop haben nur 46 Prozent der Mädchen und 39 Prozent der Jungen das Internet genutzt.

2. YouTube ist das beliebteste Internetangebot der Jugendlichen.

Das Videoportal YouTube führt mit 63 Prozent und deutlichem Abstand bei den meistgenutzten Internetangeboten. Danach folgen WhatsApp mit 40 Prozent und Instagram mit 27 Prozent. YouTube verliert jedoch als einzige Plattform im Altersverlauf an Bedeutung. Bei den Zwölf- bis 13-Jährigen ist YouTube mit 71 Prozent deutlich beliebter als bei den 18- bis 19-Jährigen, bei denen nur 58 Prozent für das Videoportal stimmen. WhatsApp und Snapchat sind bei allen Altersgruppen gleichermaßen beliebt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich darüber hinaus die Beliebtheit von Netflix mehr als verdoppelt, die von Facebook gleichzeitig mehr als halbiert.

3. Jugendliche nutzen das Internet für die Kommunikation und Unterhaltung.

Die Zwölf bis 19-Jährigen sollten ihre Online-Nutzung auf die Felder Kommunikation, Information, Unterhaltung und Spiele aufteilen – wohl wissend, dass es hier Überschneidungen geben kann. Das Ergebnis: Mit 35 Prozent steht die kommunikative Nutzung des Internets an erster Stelle, gefolgt von der Unterhaltung mit 31 Prozent. 24 Prozent der Jugendlichen nutzen das Internet vorwiegend für Spiele, wobei hier der Anteil der Jungen deutlich höher ist, als der der Mädchen. Nur 10 Prozent nutzen das Internet zur Informationssuche.

4. Streaming-Dienste verzeichnen hohe Zunahme.

Drei von vier Familien nutzen Videostreaming-Dienste wie Netflix oder Amazon-Prime. Dabei hat sich der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig Netflix nutzt, mit aktuell 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hat der Musik-Streaming-Dienst Spotify in 2018 erstmals einen höheren Anteil bei der regelmäßigen Nutzung als das Radio.

5. Bewegtbild ist und bleibt beliebt.

Egal ob Videos, Filme oder Serien, Bewegtbild wird von Jugendlichen sehr gerne konsumiert. Als Endgerät steht der Fernseher dabei an erster Stelle, der mittlerweile in 62 Prozent der Haushalte einen direkten Zugang zum Internet und damit auch zu Mediatheken hat. YouTube wird mit 89 Prozent jedoch primär mobil genutzt.

6. YouTube ist nach Google die beliebteste Informationsquelle.

Die am meisten genannte Informationsquelle für Jugendliche sind Suchmaschinen, allen voran Google. Danach folgen Yotube-Videos. Diese werden von zwei Dritteln der 12- bis Neunzehnjährigen genutzt, um sich über ein Thema zu informieren. Damit ist YouTube relevanter als Wikipedia (Platz 3), Nachrichten und Informationen bei Facebook/Twitter (Platz 4) und die Nachrichtenportale von Zeitungen (Platz 5).

7. E-Books setzen sich nicht durch.

Im Medienalltag der Jugendlichen stehen E-Books weiterhin an letzter Stelle. Zwölf Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen besitzen einen E-Book-Rader, aber nur sieben Prozent lesen regelmäßig E-Books. Laut JIM-Studie 2018 lässt sich außerdem erkennen, dass E-Books keine neue Nutzergruppe eröffnen. Die Leserschaft zieht sich überwiegend aus Jugendlichen, die auch analoge Bücher lesen.

8. Jugendliche vertrauen der Tagesschau bzw. den Tagesthemen.

Das Nachrichtenangebot der ARD steht im Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit mit 84 Prozent an erster Stelle. Darauf folgen regionale Print-Tageszeitungen bzw. öffentlich-rechtliche Radiosender. Jugendliche mit formal höherem Bildungsniveau zeigen dabei ein deutlich höheres Vertrauen in Nachrichtenagebote wie Print-Nachrichtenmagazine, Focus Online oder Spiegel Online. Gleichzeitig haben Jugendliche auf Haupt- und Realschulen vergleichsweise höheres Vertrauen in die Bild-Zeitung, ProSieben Newstime oder die Bild-Zeitung (Print und Online) als Gymnasiasten.

Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2018)

Titelbild: Unsplash
Text: Marie Hartmann

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