Digitale Endgeräte als innovative Lehr- und Lernmittel

Im Norden Hamburgs liegt die Eulenstadt Quickborn inmitten von viel Grün und angrenzenden Naturschutzgebieten. Dort befindet sich auch das überschaubare Elsensee-Gymnasium, das mit seinen rund 800 Schüler*innen viel Wert auf eine persönliche Atmosphäre und ein gutes und respektvolles Miteinander legt. Steht man vor dem Schulgebäude, fällt gleich auf: Hier wird gerade renoviert und saniert – und das betrifft sowohl das Gebäude als auch die Klassenräume, die mittlerweile mit modernen digitalen Geräten und reibungslos funktionierender IT-Infrastruktur ausgestattet sind. Denn Digitalisierung spielt am Elsensee-Gymnasium eine wichtige Rolle und die Schule sieht sich als Vorreiter in der Region, wenn es um die Umsetzung von digitalen Strukturen und Strategien im Unterricht geht. Deshalb gehört digitaler und hybrider Unterricht selbstverständlich zum Schulalltag der Schüler*innen und Lehrkräfte – und das nicht erst seit der Pandemie.

Es ist ein sonniger Freitag im September, Schüler*innen und Lehrkräfte des Elsensee-Gymnasiums freuen sich bereits auf das bevorstehende Wochenende. Für die Schüler*innen der Klassenstufe 12 ist dies ein besonderer Freitag. In einem Flur im ersten Stock des Gebäudes haben sich diese Schüler*innen bereits vor einem Klassenraum versammelt und warten gespannt darauf, dass ihr WiPo (Wirtschaft/Politik)-Lehrer, Alexander Both, endlich erscheint. Denn heute findet ihre letzte Doppelstunde statt, bevor sie in ihr zweiwöchiges Praktikum starten, das am Montag für die meisten von ihnen beginnt. Die Aufregung darüber ist den Schüler*innen anzumerken. Eigentlich sollten sich die Praktikumsplätze mit dem Schwerpunktthema Wirtschaft beschäftigen, es war allerdings aufgrund der Pandemie gar nicht so einfach, einen passenden Praktikumsplatz zu ergattern. So werden sie am Montag unter anderem in einem Einrichtungshaus, an der Grundschule oder am Gericht ihre Praktika absolvieren. Letzte Fragen werden geklärt, was sie bei ihrem Praktikumsbericht beachten müssen, wie dieser aufgebaut sein soll und insbesondere die Frage nach dem korrekten Gendern beschäftigt die Klasse.

Dann startet der eigentliche Unterricht. Die Schüler*innen sitzen konzentriert und motiviert vor ihren iPads. In der rechten Ecke des Klassenzimmers befindet sich noch ein Overhead-Projektor – wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten – und wartet auf seinen Einsatz, der wohl nicht mehr oft kommen wird. Kurz vor der Bundestagswahl geht es in der heutigen WiPo-Doppelstunde um die Wahlprogramme der Parteien, die aktuell im Bundestag sitzen. Both stellt den 16- bis 20-jährigen Schüler*innen die wichtigsten Ressorts der Bundesregierung vor. Dann werden Kleingruppen gebildet, die sich jeweils mit dem Programm einer Partei beschäftigen. Zu zweit, zu dritt oder zu viert nehmen sie dieses genau unter die Lupe und recherchieren dafür im Netz, machen sich Notizen und fassen später die Ergebnisse zusammen. Durch die Kompaktheit der Geräte finden mehrere Schüler*innen an einem Tisch Platz und können sich dort problemlos gegenübersitzen. Für die Schüler*innen ist die Wahl ein besonders spannendes Thema, denn einige von ihnen können bereits bei der diesjährigen Bundestagswahl zum ersten Mal ihre Stimme abgeben.

Interaktiver digitaler Austausch

Im Klassenraum ist nur ein leises Tippen zu hören. Denn jede*r Schüler*in verfügt über ein eigenes iPad mit einem schlanken Tastatur-Case, dem Rugged Combo 3. Die Lernenden wechseln immer wieder den Eingabemodus – Schreiben mit der Tastatur oder Fingertippen auf das Display – je nachdem ob sie gerade recherchieren, ihre Ideen in Notizen festhalten oder sie zur nächsten Anwendung scrollen. Die physische Tastatur zeigt sich dabei als eine gute Ergänzung zum iPad, da so schnelleres, einfacheres und präziseres Tippen möglich ist.

Ab und zu schaut Both bei den einzelnen Gruppen vorbei, wenn inhaltliche Fragen auftauchen oder technische Unterstützung bei den digitalen Anwendungen notwendig ist. Erste Rechercheergebnisse werden mithilfe der Tastatur festgehalten und innerhalb der Gruppe digital ausgetauscht. Auch die Lehrkraft ist mit einem iPad ausgestattet und kann so einfach die Inhalte ihres Tablets auf die digitale Tafel übertragen.

„Gerade bei der Quellenrecherche und bei dem interaktiven Austausch untereinander ist das Arbeiten mit den iPads in der Oberstufe besonders hilfreich und fördert das selbstständige Arbeiten“, erklärt der 41-jährige Both. „In dieser Klasse haben alle ihr eigenes iPad. Die Nutzung von flexiblen digitalen Endgeräten ermöglicht es mir als Lehrkraft, dass zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenunterricht schnell gewechselt werden kann, ohne dass längere Pausen im Unterricht entstehen und wertvolle Schulzeit dabei verloren geht. Die leise Tastatur der Rugged Combo 3 ist dabei ein zusätzlicher Pluspunkt. So können meine Schüler*innen effizient und konzentriert arbeiten, weil das Tippen nicht ablenkt – da ist das Tippen mit einem digitalen Stift deutlich lauter im Klassenzimmer zu hören.“

Umweltschutz und Digitalisierung

Both überträgt die Inhalte seines iPads auf die digitale Tafel, stellt die Bundeskanzler*innen seit 1949 und deren Parteizugehörigkeit vor und zeigt relevante Rechercheseiten. Die letzte halbe Stunde der verbliebenen Unterrichtszeit wird dazu genutzt, dass die Kleingruppen ihre Rechercheergebnisse präsentieren. Besonders interessiert sind die Schüler*innen an neuen Technologien, an der Umwelt und den sozialen Aspekten in den Wahlprogrammen, aber auch der Standpunkt der Parteien zum Thema Abrüstung und NATO wird angesprochen. Sozialer Aufstieg durch Bildung, der aktuelle Pflegenotstand und die Löhne von Pflegekräften sowie der geplante Kohleausstieg und Treibhausgas-Emissionen gehören zu den Themen, die für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine hohe Relevanz haben. „Gerade der Klimaschutz ist unseren Schüler*innen ein wichtiges Anliegen. Durch das regelmäßige Verwenden von digitalen Endgeräten tragen wir als Schule mit dazu bei, dass knappe Ressourcen geschont werden. Da wir Aufgaben und Unterrichtsmaterialien den Schüler*innen überwiegend in digitaler Form zukommen lassen, sparen wir rund 80 Prozent der Kopien auf Papier ein“, so Both.

Zeitgemäßer Unterricht kann nur durch eine verstärkte Digitalisierung im Unterricht stattfinden. Die 17-jährige Brianna, die in der zweiten Reihe im Klassenzimmer sitzt, freut sich über die digitalen Geräte im Unterricht: „Ich bin froh, dass alle in unserer Klasse jetzt ein eigenes iPad haben, so können wir viel interaktiver und schneller arbeiten. Besonders das Präsentieren mit dem iPad macht Spaß und ist unkompliziert. Die Rugged Combo 3 mit der integrierten Tastatur nutze ich besonders gerne im Deutschunterricht, da wir dort viel schreiben müssen. Im Gegensatz zu Handgeschriebenem sind Korrekturen und Verbesserungen natürlich in digitalen Dokumenten einfacher. Mit dem iPad kann ich gleichzeitig Notizen machen, mein Aufgabenblatt ansehen und dem Unterricht folgen. Und die Rugged Combo 3 schützt nicht nur mein iPad, sondern die Tastatur ist auch so leise, dass wir uns gegenseitig nicht stören, wenn wir mit ihr schreiben.“

Nachdem die letzte Gruppe ihre Rechercheergebnisse vorgestellt hat, melden sich einige Schüler*innen, da sie noch mehr von Both über die Bundestagswahl und die Parteien sowie deren Programme erfahren möchten. Denn viele Themen wie Klimaschutz und Bildung sind Themen, die sie auch in ihrem Alltag nachhaltig beschäftigen. Doch die 90 Minuten sind um und das Klingeln der Schulglocke unterbricht die angeregte Diskussion. Am Ende der Schulstunde bleibt festzuhalten, dass die heutige WiPo-Stunde sich mit Inhalten beschäftigt hat, die die Schüler*innen in ihrer Lebenswelt abgeholt haben, und dass so guter zeitgemäßer Unterricht funktioniert.

Digitale Kommunikation als Schlüssel für zukunftsweisenden Unterricht

Für Both und die meisten Lehrkräfte am Elsensee-Gymnasium gehören digitale Geräte wie das iPad oder flexible Tastatur-Cases mittlerweile zum Unterrichtsalltag und werden selbstverständlich in jede Schulstunde integriert. Die Coronapandemie hat diesen Trend zur zunehmenden Digitalisierung am Elsensee-Gymnasium wie an vielen anderen Schulen massiv beschleunigt. Bereits in den Klassenstufen 5 und 6 gehört das Fach Computerführerschein deshalb zum Pflichtprogramm. Hier lernen die Schüler*innen den Umgang mit dem PC sowie die wichtigsten Schreib- und Bildbearbeitungsprogramme. Damit sie auch sicher im Netz unterwegs sind, werden Verhaltensregeln beim Surfen und in Social-Media-Kanälen besprochen und auch das Thema Cybermobbing steht auf dem Stundenplan. In der Oberstufe wird das Wahlfach Informatik angeboten, an dem auch einige Schüler*innen der Klassenstufe 12 teilnehmen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Funktionsweise informationstechnischer Systeme.

Auch aus der schulischen Planung und dem allgemeinen Unterricht sind digitale Lösungen nicht mehr wegzudenken. Die Schüler*innen und Lehrkräfte des Elsensee-Gymnasiums verfügen über eine individuelle Stundenplan-App, die besonders praktisch ist, wenn spontan der Unterrichtsraum wechselt oder auch Schulstunden ausfallen. So sind sie immer auf dem aktuellen Stand. Auch Lern-Apps werden in vielen Unterrichtsfächern genutzt, um den Lernstoff besser, differenzierter und anschaulicher zu vermitteln. Interaktive Power-Point- Präsentationen erleichtern Gruppenarbeiten und bieten viel Potenzial für Kreativität und vernetztes Arbeiten.

So wie Both und seine Schüler*innen heute digitale Geräte vollkommen selbstverständlich im Unterricht nutzen, so wird im gesamten Elsensee-Gymnasium Digitalisierung als integraler Bestandteil des modernen Medienkonzepts gelebt. Denn die Digitalisierung fördert neben dem technischen Verständnis auch das Selbstlernen und die Selbstorganisation der Schüler*innen. Die Schüler*innen werden mit ihrer erlernten Medien- und Digitalkompetenz fit für ihre berufliche Zukunft gemacht und auch schulbegleitende Aktivitäten wie das bevorstehende Praktikum gehen ihnen leichter von der Hand.