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Neue Medien, neue Didaktik?

Von 4. Februar 2019 Keine Kommentare
Digitaler Unterricht

Neue Medien, neue Didaktik?

Was soll wie gelernt werden? Das ist die zentrale Frage, mit der sich die Thematik der Didaktik beschäftigt. In der Zeit des digitalen Wandels, die auch in den Schulen und im Unterricht längst stattfindet, muss die Didaktik offen gegenüber solchen Entwicklungen sein. Gibt es demnach auch einen Wandel in der Didaktik? Diese Frage lässt sich nur schwierig beantworten.

Die Didaktik befasst sich mit der Lehre des Unterrichts. Dazu gehören die Lehrzielformulierung, die Auswahl der Unterrichtsmaterialien und die passende Lehrmethode. Diese Bereiche sollten für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen mit digitalen Medien kombiniert werden. Doch lassen sich Digitalisierung und Didaktik vereinen oder muss die Didaktik mit der Zeit gehen und angepasst werden?

Wird eine neue Didaktik gebraucht?

Wie sieht eine „digitale Didaktik“ aus, die den Ansprüchen an ein zeitgemäßes Lehren und Lernen gerecht wird? Nach Christoph Pallaske, Lehrbeauftragter für Geschichtsdidaktik am Historischen Institut der Universität zu Köln, braucht es keine neue oder digitale Didaktik für die digitalen Medien, da es lediglich eine Verschiebung der Bedingungen des Lernens gäbe. Die Didaktik solle von pädagogischen Kategorien aus gedacht werden. Es ginge dabei um die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen unter sich ständig ändernden Bedingungen – demnach auch unter dem Aspekt der Digitalisierung.

„Digitale Medien geben mehr Möglichkeiten für eigenverantwortliches und kooperatives Lernen als der klassische „analoge“ Lernraum Klassenzimmer.“

Durch die neuen Medien werden Schülerinnen und Schülern ein neuer Mehrwert geboten: Nicht nur durch gegenseitiges präsentieren von Ergebnissen, sondern auch durch das miteinander kommunizieren, kommentieren, aushandeln und diskutieren.

Das Wissen wird angeeignet und nicht vermittelt. Daher gilt es, dass die digitalen Medien nicht als Konsumgüter, sondern bewusst zur didaktischen Unterstützung eingesetzt werden sollen. Lehrkräfte sollten sich daher bewusst werden, an welcher Stelle sie das Digitale stellen. Oftmals wird von digitaler Didaktik gesprochen: Dabei steht das Digitale nicht nur sprachlich am Anfang, sondern auch in der Umsetzung.
Die Schülerinnen und Schüler sollen selbst etwas produzieren und kreieren können, sodass für diese ein Mehrwert entsteht. Sie hören demnach anderen zu, schlagen Themen nach oder probieren etwas aus. Dabei sollte die Technik nicht im Vordergrund stehen, sondern lediglich die Lernprozesse erleichtern. Dadurch wird das Wissen angeeignet und die Schülerinnen und Schüler entwickeln und entfalten ihre Kompetenzen. Die Vorstellung, dass Lehrkräfte das Wissen an Lernende weitergeben, ist verbreitet. Didaktik bedeutet jedoch, eine Umgebung zu schaffen, in der Schülerinnen und Schüler individuell Wissen erwerben können.

Quelle: bpb (2015)Schulblatt (2018)

Text: Marie Hartmann